Was ist Real User Monitoring?

Durch Real User Monitoring (RUM) werden reale Aktionen und das reale Verhalten von Nutzern bei der Interaktion mit einer Website, Anwendung oder mobilen Anwendung in Echtzeit erfasst und analysiert. RUM ist ein wesentlicher Bestandteil der Überwachung der Anwendungsperformance (Application Performance Monitoring, APM), des digitalen Erlebnisses und von Websites. Die RUM- Überwachung liefert Einblicke in Kennzahlen wie die Seitenladezeiten, Nutzeraktionen, Bezahlprozesse, Suchfunktionen, Standorte und Gerätetypen. Die Analyse dieser Ergebnisse und Kennzahlen zeigt Entwicklern und IT-Administratoren die genaue Performance einer Website oder Anwendung für die Nutzer. So können IT-Teams Performanceprobleme lösen, Fehler beheben und Websites und Apps optimieren.

Die Notwendigkeit von Real User Monitoring

In einer digitalen Welt, in der Nutzer mehr Auswahlmöglichkeiten haben als je zuvor, ist das Wichtigste für Unternehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben, die Bereitstellung von Websites, Anwendungen und Apps, die ein außergewöhnliches Nutzererlebnis bieten. Websites und Apps, die eine nahtlose Funktionsfähigkeit bieten, tragen dazu bei, die Kundenzufriedenheit und -treue zu erhöhen. Langsame, nichtintuitive oder fehlerhafte Technologien beeinträchtigen die Markenwahrnehmung und vertreiben Kunden.

Darüber hinaus nutzt Google seit Kurzem den Core Web Vitals-Wert einer Website, um das Seiten-Ranking zu bestimmen. Insbesondere Websites mit einem schlechten Core Web Vitals-Wert erhalten unter den Google-Suchergebnissen keine gute Position.

In diesem Kontext ist das Real User Monitoring ein für den Geschäftserfolg entscheidendes Tool. Durch die Echtzeiteinblicke in die Interaktion tatsächlicher Nutzer mit Anwendungen und Websites und die Bewertung des Nutzererlebnisses im Verhältnis zu Kennzahlen wie dem Core Web Vitals-Wert ermöglicht das RUM es Unternehmen, Probleme effektiver zu diagnostizieren und zu beheben, das Nutzererlebnis zu optimieren und letztlich die Nutzerzufriedenheit und Kundentreue zu verbessern.

Screenshot of a real user monitoring tool Screenshot showing real user monitoring metrics from Akamai mPulse.

So funktioniert Real User Monitoring

Real User Monitoring-Tools wie Akamai mPulse betten in der Regel ein kleines JavaScript-Code-Snippet in eine Website ein oder fügen mobilen Anwendungen bestimmte Überwachungscodes hinzu. Der Code wird automatisch ausgelöst, wenn ein Nutzer eine Website besucht oder mit einer App interagiert, und sammelt Daten zu einer Vielzahl von Performancekennzahlen und Dimensionen aus tatsächlichen Nutzersitzungen. Durch die Analyse von RUM-Daten über Dashboards erhalten Administratoren verwertbare Einblicke in die Auswirkungen der Performance einer Anwendung oder Website auf Geschäftsergebnisse wie Konversionsraten und die Nutzerzufriedenheit.

Das DevOps- und das Entwicklungsteam erhalten so eine genauere Vorstellung davon, wie verschiedene Aspekte der App-Performance, wie Latenz oder Backend-Funktionalität, zum allgemeinen Kundenerlebnis beitragen. Diese Messbarkeit liefert einen gründlichen Überblick über die Interaktion des Nutzers mit der App oder Website und bietet Details zu einfachen Kennzahlen wie der Anzahl der Seitenaufrufe oder Informationen zu kritischen Trends und Aktionen der Nutzererfahrung.

Anbieter von Real User Monitoring bieten eine Vielzahl von Funktionen, darunter Warnmechanismen zur Erkennung von Problemen in Echtzeit, Profilerstellungsfunktionen zur Überprüfung detaillierter Performanceeigenschaften und Protokollmanagement für tiefergehende Analysen. RUM-Tools sind so konzipiert, dass sie nahtlos in bestehende Workflows und in andere APM-Plattformen integriert werden können, was umfassende Einblicke in Performance und Nutzererlebnis gewährleistet.

Kennzahlen, die beim Real User Monitoring verwendet werden

RUM-Lösungen erfassen eine Vielzahl von Performance-, Interaktions- und Fehlerkennzahlen, die Einblicke in die Performance und das Nutzererlebnis von Webanwendungen und Websites liefern. Mithilfe dieser Kennzahlen können Teams die Ursache von Problemen und Performanceengpässen schnell identifizieren und beheben.

Performancekennzahlen

  • Seitenladezeit: Die Gesamtzeit, die erforderlich ist, bis eine Seite vollständig geladen ist und vom Nutzer verwendet werden kann.
  • Übertragungszeit für das erste Byte (Time to First Byte, TTFB): Die TTFB ist ein Indikator für die Serverantwortzeit. Es handelt sich um die Zeit zwischen dem Senden einer HTTP-Anfrage durch den Nutzer oder Browser und dem Empfangen des ersten Bytes der Seite durch den Browser.
  • Zeit bis Darstellungsbeginn: Die Zeit, bis der Browser mit der Wiedergabe von Inhalten auf dem Bildschirm beginnt.
  • Erstes Rendering mit Inhalten (First Contentful Paint, FCP): Die Zeit, bis der erste Text oder das erste Bild auf dem Bildschirm angezeigt wird. Dies ist eine wichtige Kennzahl, um zu verstehen, wann ein Nutzer wahrnimmt, dass die Seite geladen wird.
  • Zeit bis interaktiv (Time to Interactive, TTI): Der Zeitpunkt, zu dem die Seite einsatzbereit aussieht und auf Nutzereingaben reagiert.

Core Web Vitals

  • Rendering des größten Elements (Largest Contentful Paint, LCP): Die Zeit, die erforderlich ist, bis das größte Inhaltselement, z. B. ein Textblock oder ein Bild, vollständig geladen ist.
  • Kumulative Layoutverschiebung (Cumulative Layout Shift, CLS): Hier wird gemessen, wie oft Nutzer beim Laden unerwartete Verschiebungen oder Änderungen im Layout der Seite erleben.
  • Alle qualifizierten Interaktionen (Interaction to Next Paint, INP): Diese Kennzahl gibt die längste Dauer einer Antwort von der Interaktion bis zum Bild in der Lebensdauer einer Seite an.

Interaktionskennzahlen

  • Nutzerinteraktionen und -erlebnisse: Die Pfade, die Nutzer auf einer Website oder Anwendung benutzen, wobei gängige Abläufe hervorgehoben, Klicks und Scrollvorgänge getrackt und potenzielle Reibungspunkte aufgezeigt werden.
  • Klickrate (Click-through rate, CTR): Misst, wie oft Nutzer auf Links, Schaltflächen oder andere Elemente klicken, was Interaktion und Interesse anzeigt.
  • Sitzungsdauer: Die Zeitspanne, die ein Nutzer in einer Sitzung in einer Anwendung verbringt; die Einblicke in die Interaktion und die Relevanz von Inhalten bietet.
  • Absprungrate: Der Prozentsatz an Sitzungen, in denen der Nutzer die Website nach dem Ansehen einer einzigen Seite verlässt, was auf Probleme mit den Nutzererwartungen oder der Interaktion hindeutet.
  • Transaktionszeit: Wie lange jede Nutzertransaktion – einschließlich AJAX- und HTTP-Anfragen – dauert.

Fehlerkennzahlen

  • JavaScript-Fehler: Dabei werden Frontend-Fehler im Browser des Nutzers, die sich negativ auf das Nutzererlebnis auswirken können, nachvollzogen.
  • API- und Netzwerkfehler: Fehler bei API-Aufrufen oder Netzwerkanfragen können auf Probleme mit Serverressourcen oder Drittanbieterdiensten hindeuten.
  • Fehler beim Laden von Ressourcen: Dabei werden Probleme nachvollzogen, die beim Laden von Ressourcen wie CSS-Dateien, Bildern oder Skripten auftreten und die Seitenästhetik und -funktionalität beeinträchtigen können.

Dimensionen

  • Geräte-, Betriebssystem- und Browserperformance: Wie eine Website auf verschiedenen Geräten, Betriebssystemen und Browsern funktioniert, um Kompatibilitäts- oder Optimierungsprobleme aufzudecken.
  • Geografische Performance: Wie die Performance in verschiedenen Regionen und Ländern variiert.
  • A/B-Tests und Websiteversion: Vergleich einer Website mit verschiedenen Exemplaren oder Versionen, um zu bestimmen, wie Codeänderungen die Performance beeinträchtigen können.
  • Verbindungsgeschwindigkeit: Wie sich unterschiedliche Netzwerkgeschwindigkeiten auf das Nutzererlebnis auswirken.
  • Seitengruppen: Beliebige Zusammenfassung (in der Regel URL-basiert) von Seiten in logischen Gruppierungen, die eine geschäftliche Bedeutung haben.
  • Navigationstyp: Der Navigationstyp, der einen Nutzer zu einer Seite gebracht hat.
  • HTTP-Protokoll: Die HTTP-Version, die zum Laden der Webseite verwendet wurde.
  • IP-Protokoll: Die Version vom Internet Protocol (IP), die zum Laden der Webseite verwendet wurde.

Diese Kennzahlen helfen Unternehmen dabei, mehr über Geschwindigkeit, Performance und die Art, wie Nutzer Geschwindigkeit und Performance wahrnehmen, zu erfahren. Mithilfe dieser Erkenntnisse können datenbasierte Entscheidungen getroffen werden, die Nutzerzufriedenheit und Geschäftsergebnisse verbessern können.

Wie Unternehmen Real User Monitoring nutzen

Die Überwachung des Endnutzererlebnisses durch RUM-Lösungen deckt eine breite Palette von Anwendungsfällen für verschiedene Branchen und Anwendungen ab.

  • Performancebenchmarking: Festlegen von Performancebenchmarks für Webanwendungen und Websites, damit Teams die Auswirkungen von Änderungen und Optimierungen im Laufe der Zeit überwachen können.
  • Optimierung des Nutzererlebnisses: Steigerung der Nutzerzufriedenheit, Reduzieren von Absprungraten und Optimierung des Nutzererlebnisses über alle Geräte, Netzwerke und Standorte hinweg.
  • Optimierung der Konversionsraten: Verstehen, wie sich Seitenladezeiten und Webperformance auf Nutzerinteraktionen auswirken, sodass Webteams datenbasierte Entscheidungen treffen können, die kritische Pfade optimieren und zu Konversionen führen.
  • Fehlererkennung und Diagnose: Verfolgen und Analysieren von Fehlern, die bei echten Nutzern aufgetreten sind, um die Zeit bis zur Behebung zu verkürzen und die allgemeine Stabilität von Websites und Apps zu verbessern.
  • Analyse der Inhalts- und Funktionsnutzung: Verbessern der Produktentwicklung und Inhaltsstrategie, indem nachverfolgt wird, wie Nutzer mit Funktionen und Inhalten interagieren, und durch Kenntnis des Verhaltens und der Vorlieben der Nutzer.
  • A/B-Tests und Problemlösung: Bewerten der Auswirkungen verschiedener Anwendungsversionen, Funktionen oder Inhalte auf Performance und Nutzererlebnis.
  • Überwachen von Drittanbieterdiensten: Überwachen der Auswirkungen von Drittanbieterdiensten (z. B. CDNs, Analysen und Social-Media-Widgets) auf die Performance.

Die Vorteile von Real User Monitoring

Real User Monitoring bietet erhebliche Vorteile für Strategien zur Verwaltung der Web- und Anwendungsperformance.

  • Reales Nutzererlebnis verstehen: RUM bietet Erkenntnisse über die Performance einer Website für echte Nutzer, dazu gehören Ladezeiten, die Reaktionsgeschwindigkeit und das Auftreten von Fehlern. Diese Informationen sind von entscheidender Bedeutung, da sie das tatsächliche Nutzererlebnis widerspiegeln, das sich deutlich von erwarteten oder simulierten Szenarien unterscheiden kann.
  • Performanceoptimierung: Durch das Erkennen von Engpässen und Problemen, mit denen echte Nutzer konfrontiert sind, können Unternehmen bestimmte Performanceoptimierungen priorisieren und implementieren. Dies kann bedeuten, langsame Seitenladezeiten zu verbessern, Ressourcen für eine schnellere Bereitstellung zu optimieren oder Fehler zu beheben, die sich auf einen E-Commerce-Kaufprozess auswirken.
  • Search Engine Optimization: Die Positionierung einer Website in den Suchergebnissen wird durch einen schlechten Core Web Vitals-Wert negativ beeinflusst. RUM bietet frühe Erkenntnisse über schlechte Core Web Vitals-Werte, sodass Probleme behoben werden können, bevor das Suchmaschinen-Ranking beeinträchtigt wird.
  • Analyse der geschäftlichen Auswirkungen: RUM-Daten helfen Unternehmen, die Auswirkungen der Performance auf die Geschäftsergebnisse zu verstehen. Sie können beispielsweise hervorheben, wie sich Seitenladezeiten auf Konversionsraten, Nutzerinteraktion und Absprungraten auswirken.
  • Geografische und gerätespezifische Erkenntnisse: Mit RUM können Sie Unterschiede im Nutzererlebnis erkennen, die durch den Zugriff auf die Anwendungen an verschiedenen Standorten und durch die Verwendung verschiedener Geräte oder Browser entstehen. Diese Erkenntnisse helfen Unternehmen dabei, eine konsistente Erlebnisqualität für alle Nutzer zu gewährleisten.
  • Optimierung für mobile Nutzer: Da immer mehr Nutzer Smartphones und Tablets nutzen, um Websites zu besuchen und mit Apps zu interagieren, kann Real User Monitoring IT-Teams dabei unterstützen, Optimierungen für mobile Geräte und Netzwerke bereitzustellen.
  • Fehlerverfolgung und -behebung: Real User Monitoring kann Fehler, die Nutzer erleben, in Echtzeit erfassen und melden. Durch Echtzeitbenachrichtigungen können Entwickler Probleme schnell erkennen, diagnostizieren und beheben, bevor sie eine große Anzahl von Kunden betreffen.
  • Compliance und SLA-Überwachung: Unternehmen, die gesetzliche Standards oder Service Level Agreements (SLAs) einhalten müssen, bietet RUM eine Möglichkeit, das tatsächliche Nutzererlebnis zu überwachen und Berichte darüber zu erstellen, um zu gewährleisten, dass die Performance die Erwartungen erfüllt.
  • Wettbewerbsvorteil: In einer Geschäftswelt, in der die Erwartungen der Nutzer an Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit höher sind als je zuvor, kann die Bereitstellung eines überragenden Nutzererlebnisses einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellen. RUM liefert die Einblicke, die Unternehmen benötigen, um dies durch kontinuierliche Überwachung und Optimierung der Performance von Web- und mobilen Anwendungen zu erreichen.

Unterschiede zwischen RUM- und synthetischen Tests

Sowohl RUM- als auch synthetische Tests sind für die Überwachung, Analyse und Optimierung der Performance von Websites und Anwendungen unerlässlich. Nach der Analyse der Vorteile von RUM- im Vergleich zu synthetischen Testsentscheiden sich viele Unternehmen, diese Techniken zu kombinieren, um umfassende Performancedaten zu erhalten.

Die synthetische Überwachung wird unter „Laborbedingungen“ durchgeführt. Dabei werden Skripte verwendet, um die Aktionen von Nutzern bei der Interaktion mit Websites und Anwendungen zu simulieren. Synthetische Tests eignen sich hervorragend für die konsistente und umfassende Überprüfung auf Verfügbarkeits- und Performanceprobleme und sind effektiv, wenn es darum geht, potenzielle Probleme – insbesondere nach erheblichen Änderungen oder Updates – zu erkennen, bevor sie die realen Nutzer betreffen.

Auf der anderen Seiten bietet RUM durch das Überwachen des tatsächlichen Nutzerverhaltens eine reale Perspektive und End-to-End-Einblicke in Frontend- und Backend-Probleme, die bei synthetischen Tests möglicherweise nicht auftreten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Nutzerüberwachung in Echtzeit wird synonym mit dem Begriff Real User Monitoring verwendet.

Core Web Vitals-Monitoring ist die Praxis, mehrere wichtige Kennzahlen zu verfolgen, die Teil der Google Core Web Vitalssind. Dabei handelt es sich um Kennzahlen, die die Performance von Webseiten in Bezug auf Seitenladegeschwindigkeiten, Interaktivität und visuelle Stabilität messen. Durch die Überwachung und Optimierung der Core Web Vitals einer Website können Entwicklungsteams das Nutzererlebnis und gleichzeitig das Suchmaschinen-Ranking einer Website verbessern.

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